Dr. Emanuel Deutschmann

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Was bedeutet das Thema „Konflikt und Kooperation“ für Sie?

In der Soziologie sind Konflikt und Kooperation seit den Anfängen der Disziplin zentrale Themen. Bereits zu Beginn des20. Jahrhunderts beschrieb Georg Simmel, einer der Klassiker der Disziplin, sie als grundlegende soziale Formen, die ein untrennbarer Bestandteil jeder Gesellschaft sind. Ich möchte an diese Tradition anknüpfen, indem ich das Auftreten dieser sozialen Formen in verschiedenen thematischen Kontexten untersuche. Auch heute noch ist die Welt von zahlreichen Konflikten geprägt und erfordert Zusammenarbeit auf allen geografischen Ebenen, um grundlegende Krisen zu bewältigen.

 

Welche Rolle spielt dieses Thema in Ihrer Arbeit?

Das Thema Konflikt und Zusammenarbeit begleitet mich seit Beginn meiner akademischen Laufbahn. In meiner Masterarbeit analysierte ich, wie die Häftlinge in Guantánamo zusammenarbeiteten, insbesondere, ob sie Mitgefangene belasteten und wie sich dies auf ihre Chancen auf eine Freilassung auswirkte. Später, in meiner Doktorarbeit „Mapping the Transnational World“, spielte die Idee eine wichtige Rolle, dass Interaktion über Nationalstaatsgrenzen hinweg ein Gemeinschaftsgefühl schaffen kann. Und in meinem neuesten Buch „Die Exponentialgesellschaft vertrete ich die These, dass der Konflikt zwischen den Befürwortern weiteren Wachstums und den Verfechtern stabiler, nachhaltiger Lebensbedingungen innerhalb der planetarischen Grenzen eine neue und entscheidende Konfliktlinie in der heutigen Gesellschaft darstellt.

 

An welchen Projekten werden Sie während Ihres Stipendiums am Forum Basiliense arbeiten?

Ich freue mich, dass mir dieses Stipendium Zeit gibt, an mehreren Projekten zu arbeiten. Die Hauptaufgabe in den kommenden Monaten wird jedoch darin bestehen, Daten aus dem Projekt „ClimatePol“ zu analysieren, in dem wir untersuchen, wie Akteure in der deutsch-dänischen Grenzregion bei der Klimaanpassung zusammenarbeiten. Wie meine früheren Arbeiten basiert auch dieses Projekt methodisch auf der Analyse sozialer Netzwerke. Ich denke, Basel mit seiner geografischen Lage direkt an der Schweizer-deutschen-französischen Grenze ist ein hervorragender Standort, um diese Art von Forschung zu betreiben.

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